Hast du dich schon einmal gefragt, warum die Pflege deines Pferdes so wichtig ist?

Wenn du ein Pferdebesitzer bist, dann weißt du vielleicht, wie wichtig es ist, dass sich dein Pferd bei dir wohlfühlt und deine Anwesenheit und Berührung begrüßt. Der Aufbau einer Bindung zu deinem Pferd ist sehr wichtig, denn wenn es dich nicht mag, wird es dir schwerfallen, es beim Reiten oder bei anderen Interaktionen zur Kooperation zu bewegen.

Erstaunlicherweise gibt es Pferdebesitzer, die keine enge Bindung zu ihrem Pferd haben, obwohl sie es füttern, mit ihm sprechen und mit ihm arbeiten. Das kann an verschiedenen Faktoren liegen, aber im Grunde genommen geht es nur um die Qualität der Zeit. Wenn ein Besitzer fast nie da ist und viele andere Leute mit dem Pferd zu tun haben (Trainer, Hufschmied, Pferdepfleger usw.), dann ist die Beziehung eher distanziert.

Um das Problem zu lindern, brauchst du etwas Zeit mit deinem Pferd und das geht am besten, indem du dein Pferd selbst striegelst und dafür sorgst, dass es von dir gut gepflegt und verwöhnt wird. Das bringt viele gegenseitige Vorteile mit sich. Es gibt zum Beispiel nichts, was ein Besitzer mehr liebt, als ein sauberes und gesundes Pferd zu reiten. Für das Pferd bedeutet die Mühe und Zeit, die du in die Pflege steckst, eine Stärkung eurer Bindung und bringt euch beide näher zusammen.

Warum die Pflege deines Pferdes so wichtig ist

Genauso wie wir uns selbst pflegen und dafür sorgen müssen, dass unsere körperlichen und emotionalen Bedürfnisse durch Baden, Striegeln, Zähneputzen usw. erfüllt werden, brauchen auch Pferde tägliche Pflege und Aufmerksamkeit. Deshalb ist es wichtig, dass du dir als Besitzer Zeit nimmst und dein Pferd striegelst. Im Idealfall sollte dies jeden Tag geschehen, aber wenn du etwas Zeit investierst und es zur Routine werden lässt, kann das Wunder bewirken und die Beziehung zwischen Pferd und Besitzer stärken.

Das Striegeln bringt deinem Pferd eine ganze Reihe von Vorteilen. Das routinemäßige Bürsten und Striegeln hilft, das Pferd zu massieren, was die Blutzirkulation auf der Haut anregt und Pilz- und Bakterienbefall lindern kann, ganz zu schweigen davon, dass dabei auch Öle freigesetzt werden, die deinem Pferd einen schönen Glanz verleihen.

Das Striegeln bietet auch die Gelegenheit, dein Pferd gründlich zu untersuchen, um es auf Läsionen oder Anomalien zu überprüfen. Die meisten professionellen Pferdepfleger/innen empfehlen, während der Pflege keine Handschuhe zu tragen, da du sonst unerwartete Beulen oder Verletzungen übersehen könntest, die du mit Handschuhen nicht ertasten könntest und die Anlass zur Sorge geben könnten.

Die Pflege deines Pferdes solltest du am besten im Freien durchführen, wenn das Wetter es zulässt. Das Putzen in geschlossenen Räumen ist wegen des Staubs, der dabei entstehen kann, und wegen unangenehmer Gerüche weder für dich noch für dein Pferd angenehm.

Auch wenn Zeit wichtig ist, bedeutet das nicht, dass die Pflege stundenlang dauern muss. Für eine vollständige Pflege sollten mindestens 45 Minuten eingeplant werden, damit alles erledigt werden kann und eine gute Bindung entsteht.

Benötigte Utensilien für die Pflege deines Pferdes

Bevor du mit dem Striegeln deines Pferdes beginnst, musst du sicherstellen, dass du alle notwendigen Werkzeuge und Materialien zur Hand hast, damit der Prozess für dich und dein Pferd bequem und vorteilhaft ist. Auch wenn Pferde unterschiedlich empfindlich sind und unterschiedliche Vorlieben haben, gehören die folgenden Utensilien in fast jede gute Pferdepflege-Ausrüstung:

  • Striegel (oder alternativ ein Putzhandschuh)
  • Eine harte Körperbürste mit steifen Borsten
  • Ein Hufkratzer (zum Entfernen von Steinen, Schmutz und Ablagerungen von den Hufen deines Pferdes)
  • Ein Plastikkamm für Mähne und Schweif
  • Eine Bürste mit mittleren Borsten
  • Eine Bürste mit weichen Borsten (auch bekannt als „Finishing-Bürste“)
  • Ein weiches Handtuch oder einen Schwamm (zum Abwischen empfindlicher Bereiche des Pferdes, z. B. im Gesicht und im Intimbereich)
  • Pferdeshampoo (Du kannst auch ein separates Shampoo für den Körper und ein Shampoo/Pflegemittel für Mähne und Schweif haben).
  • Ein Wasserschlauch
  • Eine Schere oder ein elektrischer Trimmer
  • Hufsalbe
  • Mauke Mittel
  • Pferdepflegespray (auch als Finishing-Spray bekannt)

Wenn du ein Shampoo für dein Pferd kaufst, achte darauf, dass du ein Shampoo kaufst, das speziell für Pferde geeignet ist, da es den richtigen pH-Wert hat, um das Fell deines Pferdes zu pflegen und seine Haut zu beruhigen.

Auch in den Wintermonaten ist die Pflege deines Pferdes nicht zu unterschätzen. Da dein Pferd genügend Auslauf benötigt, wird es auch bei Regen und kaltem Wetter auf der Kuppel stehen. Damit es nicht komplett auskühlt und durchnässt ist, gibt es spezielle Pferdedecken. Diese müssen regelmäßig imprägniert werden, damit sie ihre Funktion beibehalten können. Ich empfehle dazu das Imprägnierspray Textilien.

Wie du die Pflege deines Pferdes angehst: Schritt für Schritt

Bevor du mit dem Striegeln deines Pferdes beginnst, solltest du es auf beiden Seiten mit Kreuzbändern sichern. Dies ist eine wichtige Sicherheitsvorkehrung, da sie sowohl dich als auch dein Pferd schützt und das Pferd während der Arbeit stabilisiert.

Während des Putzens ist es wichtig, mit deinem Pferd zu sprechen und es sanft zu streicheln, um die Bindung zu ihm aufzubauen. Die Pflege deines Pferdes sollte eine angenehme Aufgabe für Pferd und Besitzer sein und auf eine sanfte, liebevolle Art und Weise durchgeführt werden, damit sich dein Pferd wohlfühlt, ruhig und entspannt ist.

Vergewissere dich, dass alle Werkzeuge in deinem Pflegeset sauber sind, denn schmutzige Werkzeuge und Bürsten sind nicht hilfreich für dein Pferd und verfehlen den Zweck der Pferdepflege, dein Pferd sauber zu halten.

Schritt 1: Als Erstes solltest du die Hufe deines Pferdes gründlich reinigen. Hebe den Huf deines Pferdes vorsichtig auf, drehe ihn um und untersuche den Huf auf Steine, Schmutz und Ablagerungen.

Wenn du das noch nie gemacht hast, kann es schwierig und umständlich sein, das Bein deines Pferdes anzuheben, um den Huf zu untersuchen. Das erfordert etwas Übung und vielleicht kann dir dein Hufschmied bei der Technik helfen, um den Vorgang zu erleichtern.

Wenn du das Bein deines Pferdes erfolgreich hochgehoben hast, schabst du mit einem Hufkratzer vorsichtig Schmutz und Ablagerungen aus, die sich darin befinden könnten. Arbeite dich um dein Pferd herum vor, bis jeder Huf gesäubert ist.

Die Reinigung der Hufe ist auch ein guter Zeitpunkt, um nach Verletzungen oder Reizungen zu suchen, die behandelt werden müssen, bevor sie sich verschlimmern.

Schritt 2: Nachdem die Hufe gesäubert wurden, kannst du mit dem Baden deines Pferdes fortfahren. Auch hier ist es am besten, wenn du dein Pferd draußen in einem offenen Bereich badest. Nimm deinen Wasserschlauch und wasche den Körper deines Pferdes ab, wobei du darauf achten solltest, dass du dabei respektvoll vorgehst. Manche Pferde mögen es nicht, wenn man ihnen ins Gesicht oder hinter die Ohren spritzt, also bekomm ein Gefühl dafür, was dein Pferd mag und was nicht, um eine engere Verbindung herzustellen. Beobachte ihre Körpersprache und wasche sie dementsprechend, sonst könnte es für euch beide unangenehm werden.

Wasche das Gesicht deines Pferdes mit einem nassen Schwamm oder einem ausgewrungenen Handtuch. Wenn du den Rest des Körpers wäschst, wende dich dem Schweif zu, damit das Gesicht nicht bespritzt wird. Es wird auch empfohlen, die Hufe deiner Pferde beim Baden nicht zu nass werden zu lassen, da dies die Hufe aufweichen kann und sie dadurch kaputtgehen. Beim Baden musst du nicht immer einen Wasserschlauch benutzen, sondern kannst dich auch für ein Schwammbad entscheiden, um die Hufe zu schützen.

Sobald dein Pferd von oben bis unten nass ist, schäumst du es von den Schultern bis zum Schweif mit einem guten Pferdeshampoo ein. Schrubbe das Shampoo mithilfe eines Schwamms ein. Wenn du es richtig machst, wird dein Pferd diesen Teil des Bades richtig genießen. Massiere dein Pferd mit sanften Bewegungen.

Wenn du fertig bist, spülst du das gesamte Shampoo ab und achtest darauf, dass nichts zurückbleibt, da es zu Irritationen führen kann.

Schritt 3: Nachdem das Pferd gewaschen wurde, kannst du mit dem Striegeln fortfahren. Beginne mit dem Striegel und streiche damit fest, aber kontrolliert über den Körper deines Pferdes. Der Striegel löst jeglichen Staub und Schmutz im Fell deines Pferdes.

Danach kannst du nach und nach verschiedene Bürsten verwenden, z. B. eine Bürste mit mittleren Borsten, um den gelösten Schmutz von deinem Pferd zu entfernen, und zum Schluss eine Bürste mit weichen Borsten.

Reibe die Haut deines Pferdes mit kreisenden Bewegungen ab. Du solltest auch die Körpersprache deines Pferdes beobachten, um festzustellen, ob du zu grob vorgehst oder ob die Bürste es zu sehr reizt. Wie bereits erwähnt, kann das Bürsten des Fells die Haut massieren und stimulieren, sodass die natürlichen Öle austreten und das Fell einen gesunden Glanz erhält.

Schritt 4: Nachdem der Hauptteil des Fells ausgebürstet wurde, wende dich der Mähne und dem Schwanz zu. Verwende einen speziellen Kamm oder eine Bürste, um die Haare zu entwirren. Dies sollte nicht so arbeitsintensiv sein wie der Hauptteil, da übermäßiges Bürsten von Mähne und Schweif das Haar ausdünnen kann.

Schritt 5: Zum Schluss kannst du damit beginnen, dein Pferd mit Salben und Pflegeprodukten zu versorgen. Wenn einige Haare fehl am Platz sind, kannst du sie mit einer Schere oder einem elektrischen Trimmer entfernen, damit dein Pferd ordentlich und gepflegt aussieht. Zum Schluss solltest du noch ein spezielles Pflegespray auftragen und dein Pferd mit der Bürste durchbürsten, damit das Fell feucht wird und alles ordentlich und glänzend aussieht.

Hilfreiche Tipps, die du bei der Pflege deines Pferdes beachten solltest

  • Beim Striegeln deines Pferdes geht es nicht nur darum, dein Pferd sauber zu halten und eure Bindung zu verbessern. Es ist auch ein guter Zeitpunkt, um die Gesundheit deines Pferdes zu untersuchen und sicherzustellen, dass es keine Anomalien wie Knoten, Entzündungen oder Infektionen gibt. Wenn diese vernachlässigt werden, könnte die Gesundheit deines Pferdes in Gefahr sein.
  • Wenn du Läsionen oder Infektionen entdeckst, musst du sofort einen Tierarzt oder eine Tierärztin aufsuchen, der/die dein Pferd untersucht und für Abhilfe sorgt.
  • Sei vorsichtig, wenn du die empfindlichen Stellen deines Pferdes striegelst, denn es besteht die Gefahr, dass ein Pferd, das sich unwohl fühlt, anfängt zu zappeln, sich zu bewegen oder dich sogar zu treten.
  • Achte darauf, dass du die Pflegewerkzeuge nach jedem Gebrauch in einer antibakteriellen Lösung einweichst, um sie für das nächste Mal zu desinfizieren. Wenn du diesen Schritt vernachlässigst und schmutzige Werkzeuge verwendest, kann das zu Reizungen und möglichen Infektionen bei deinem Pferd führen.

Pflege dein Pferd und schaffe eine stärkere Bindung

Auch wenn manche unerfahrene Pferdebesitzer das denken, ist das Reiten nicht immer der beste Weg, eine Bindung zu deinem Pferd aufzubauen. Während du beim Reiten viel Zeit mit deinem Pferd verbringst, damit es sich an dich gewöhnen kann, ist das Striegeln der beste Weg, um eine starke, liebevolle Bindung zu deinem Pferd aufzubauen, damit es positiv auf dich reagiert und sich in deiner Nähe wohlfühlt.

Wenn du dir eine Pause vom Reiten gönnst und Zeit in die Pflege deines Pferdes investierst, kann das viel dazu beitragen, dass dein Pferd dich mehr respektiert und schätzt. Das Putzen sollte auch eine sehr kommunikative Zeit sein. Deine Stimme wird nicht mehr fremdartig, sondern beruhigend sein, und im Gegenzug wird dein Pferd kooperativer und gehorsamer sein.

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