Wladiwostok
Florenz am Pazifik" - das könnte man jedenfalls meinen, wenn man auf den Breitengrad der wichtigsten russischen Hafenstadt am Pazifik schaut: Wladiwostok liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Florenz. Damit sind die Gemeinsamkeiten allerdings schon fast vorbei. Klimatisch gibt es in Wladiwostok eine Mischung aus Taifun-Schmuddelwetter im Sommer und sibirischer Kälte im Winter - nicht der Platz, an dem man gerne seinen Urlaub verbringen möchte.
Gegründet wurde Wladiwostok 1860 auf Befehl von Zar Alexander II. Genutzt wurde die Stadt damals wie heute überwiegend von Militär und Händlern. Bis 1991 war Wladiwostok für westliche Besucher ohne Sondergenehmigung gesperrt - hier liegt (immer noch) der größte Teil der russischen Pazifikflotte. Die Händler prägten von Anfang an das Stadtbild. Waren es in der Gründerzeit vor allem deutsche und französische Händler, die Wladiwostok als Tor zum "Fernen Osten" und zu Sibirien nutzten und Felle, Bodenschätze und anderre Handelwaren von den Völkern des fernen russischen Ostens eintauschten, so bestimmen heute asiatische - vorwiegend chinesische - Händler das Stadtbild.
Der große, natürliche Hafen von Wladiwostok ist - wenn auch nicht eisfrei - das wichtigste Plus. Von hier führt die wichtigste Fährverbindung von Russland nach Japan. Als Endpunkt der Transsibirischen Eisenbahn mit dem wichtigen Hafen ist Wladiwostok damit eine der wichtigen Verkehrsknotenpunkte in ganz Russland für den Handel mit den Ostasiatischen Ländern.
Ein Bedeutung ganz anderer Art hat Wladiwostok für viele reiche Chinesen: Da in China das Glücksspiel immer verboten ist, weicht man ins nur rund 100 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernte Wladiwostok aus. Die begeisterten chinesischen Spieler sind in den russischen Casinos gern gesehene Gäste.
---------------------
Markus lenk, markus (et) poezka (punkt) de
Ihre Meinung
Keine Kommentare