Krankheit ist teuer in Australien
In Australien gibt es ein zweigeteiltes Gesundheitssystem. Es gibt die öffentlichen Einrichtungen und die privaten.
Medicare, das öffentliche System, wird durch 1,5 % des Gehaltes jedes Arbeitnehmers bestritten. Geringverdiener ausgenommen. Ein überdurchschnittlich gut Verdienender bezahlt 1% mehr. Natürlich ist damit nicht alles abgegolten. Der Staat finanziert die Differenz. 75%-100% der angefallenen Kosten werden von Medicare erstattet, es sei denn, es handelt sich um Zahnbehandlungen. Die muss in Australien jeder Patient komplett selbst bezahlen. Braucht man einen Termin beim Augenarzt, ist der vorherige Besuch beim Hausarzt notwendig. Warum für zwei Besuche bezahlen, wenn nur einer effektiv notwendig ist?
Die privaten Einrichtungen sind um einiges teurer, aber auch entsprechend besser eingerichtet. Doch läßt die Tatsache nicht den Schluss zu, dass öffentliche Einrichtungen deshalb qualitativ minderwertiger sind, ganz im Gegenteil.
Allgemein betrachtet ist die Selbstbeteiligung, die ein Patient zu tragen hat, in Australien wesentlich höher als bei uns beziehungsweise als in Europa. Die Rechnung für einen Besuch beim Hausarzt muß sofort beglichen werden.
Wer also nicht vor einer bösen œberraschung stehen möchte, sollte sich zusätzlich versichern, um über eine Deckung zu verfügen, wenn die Arztrechnungen einbrechen. Eine geplante Operation ist meist mit Wartezeit verbunden, muss aber dann auch zeitnah beglichen werden.
Für Touristen empfiehlt es sich daher, vor der Abreise aus der Heimat noch eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, die für medizinische Vorfälle in Australien die Deckung übernimmt.
Sabine Wiedamann, sm@wiedamann.de
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