Aborigines erhalten Land zurück

Aborigines erhalten Land zurück
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Seit etwa 46.000 Jahren leben die Aborigines, Australiens Ureinwohner, auf dem 5. Kontinent. Zumindest ist dieser Zeitraum eine gesicherte Tatsache. Und man weiß ebenfalls, dass die Aborigines einst von Südostasien her eingewandert sind. Sie ließen sich an verschiedenen –rtlichkeiten des Kontinentes nieder und lebten friedlich ihre traditionelle Kultur und Religion. Trotz der verschiedenen Klimazonen in Australien war es für die Ureinwohner kein Problem, sich einzuleben.

Am 19. April 1770 war es mit dem Frieden vorbei. Kapitän James Cook entdeckte Australien. Sorgfältig begann er den 5. Kontinent zu kartographieren. Und er beendete die Vorherrschaft der Aborigines in Downunder. Unter dem Befehl seiner Majestät von Großbritannien schiffte James Cook mit seinem Schiff Endeavor bald darauf Wissenschaftler aus den verschiedensten Bereichen ein, die Land, Fauna und Flora untersuchten und dokumentierten. Mit der arroganten Selbstverständlichkeit, die nur Weiße in diesem Ausmaß haben, besiedelte man den Kontinent und grenzte die Aborigines immer weiter in ihrem Tun und Besitz ein.

Im Verlauf der Jahrzehnte maßten sich Siedler aus aller Herren Länder die Enteignung der Aborigines an. Schlimmer noch, bis heute haben viele der dunkelhäutigen Ureinwohner keinerlei Zugang zu Bildung und gesundheitlicher Versorgung, geschweige denn zu Arbeitsplätzen und vernünftigen Behausungen. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verfügte man über die Kinder der Aborigines, wie es beliebte. Sie wurden von ihren Familien getrennt und zur Zwangsadoption freigegeben, um ihnen die westliche Erziehung in weißen Familien zukommen zu lassen. Die Assimilierung sollte so leichter gestaltet werden. Oder man ließ sie als Sklaven arbeiten.

Im Jahr 1992, nach endlos langem Rechtsstreit zwischen der Regierung in ACT (Australien Capital Territory) und Ureinwohnern, sprach das Oberste Gericht von Australien den Aborigines das Land ihrer Ahnen zu. Und im Jahr 2006 bestätigte der gleiche Gerichtshof den Anspruch der Aborigines auf das Gebiet der Stadt Perth in Westaustralien. Diese Entscheidung des Obersten Gerichtshofes in Australien wurde nicht einfach hingenommen. Der Staat focht dieses Urteil an.

Wenn man dieses überhebliche Verhalten der Regierung betrachtet, fällt es einem schwer, zu glauben, was Premierminister John Howard bei seiner Amtsübernahme im Jahr 1996 mitteilte. Er prahlte "im Namen der Nation" damit, dass er das Unrecht, welches den Aborigines in der Vergangenheit zugefügt wurde, bedauere und dass sein oberstes Ziel während seiner Regierungszeit die Versöhnung mit den Ureinwohnern wäre.

Tatsächlich liegt der Sachverhalt aber ganz anders. Unter Mitwirken von einschlägigen Institutionen und Spendengeldern derselbigen wurde den Aborigines in 2006 nach zehnjährigem Streit das Recht auf die australischen Regenwälder an der Ostküste von Queensland zurückgegeben. Ein kleiner Triumph, der aber nicht der einzige bleiben darf. Vielmehr gilt es, die Aborigines unter Anerkennung ihrer Traditionen und Kultur in die Gemeinschaft zu integrieren. Das bedeutet, Bildung, medizinische Versorgung und Arbeitsplätze für alle.

Bei einem Besuch des Premiers John Howard in einer kleinen Aborigines-Siedlung namens Wadeye, Northern Territory, äußerte er gegenüber den Einwohnern, dass er die œberzeugung habe, jeder Australier müsse den Besitz von eigenem Grund und Boden und den Betrieb eines eigenen Geschäftes anstreben.

Wenn das die Umsetzung seiner Worte bei der Amtsübernahme sein soll, dann könnte man über diese Farce lachen, wäre die Situation nicht so ernst. So lange den Aborigines keine Bildung zukommt, werden diese Menschen keine Möglichkeit auf ein besseres Leben haben. Und offensichtlich will die australische Regierung, einschließlich Premier John Howard, diesen Zustand beibehalten.

Ein Armutszeugnis der australischen Regierung, die offensichtlich vergessen hat, dass die Ureinwohner schon wesentlich länger auf diesem Kontinent leben als jeder Einwanderer, der Downunder jemals betreten hat.

Sabine Wiedamann, sm@wiedamann.de

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Datum: 13.01.2007

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