Assuan und der Staudamm

Assuan und der Staudamm
Assuan und der Staudamm
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Der ursprüngliche Assuan-Damm wurde zwischen 1898 und 1901 von den Briten errichtet. Zweck dieses Baues war es, die jährlich auftretenden Nilüberschwemmungen zu bändigen, indem man die Fluten hinter dem Damm staut, um über das ganze Jahr auf Wasser zugreifen zu können. Das so flussaufwärts angestaute Wasser bildet den Nasser-See. Durch die regulierbaren Wassermengen, die durch ein ausgeklügeltes Kanalsystem zu den Feldern fließen, konnten die Bauern bis zu drei Mal pro Jahr ernten. An dieser Tatsache hat sich bis heute nichts geändert. Die Stromversorgung für die Bevölkerung war mittels Wasserkraft ebenfalls gewährleistet.

Etwa in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts erkannte man, dass der Damm nicht mehr ausreichte, um die Nilfluten unter Kontrolle zu halten. Ein höherer Damm sollte gebaut werden. Nach Klärung des finanziellen Aspektes arbeiteten etwa 35.000 Menschen an dem neuen Hochdamm. Im Gegensatz zum ersten Assuan-Damm, der seinerzeit der höchste Staudamm auf Erden war, hat der Hochdamm dieses Privileg nicht mehr inne.

Der Nutzen konnte mit dem Assuan Hochdamm um 30% gesteigert werden. Die gelieferte Energiemenge wurde durch das Wasserkraftwerk verdoppelt. Heute werden sogar die touristischen Hochburgen am Roten Meer, Hurghada und Al-Gouna von hier mit Energie versorgt. Wenn man diese Vorteile für die Landesversorgung sieht, erschreckt es auch niemanden, dass mehrere historische Monumente unter hohem Aufwand in finanzieller und menschlicher Betrachtungsweise vor den Wasserfluten des Nasser-Sees gerettet werden mußten, um sie nicht untergehen zu lassen.

Alles miteinander betrachtet war der Assuan-Hochdamm also eine gute Sache und kein Mensch ahnte nach der Fertigstellung im Jahr 1971, was kommen würde.

Betrachtet man das Niltal heute und glaubt man den einschlägigen Meinungen der Wissenschaftler aus aller Herren Länder, dann sind sämtliche historischen Zeitzeugen entlang des Nils einer enormen Gefahr ausgesetzt: Der Grundwasserspiegel steigt kontinuierlich an. Hervorgerufen durch überaltete Kanalisationen und der ständigen Erweiterung der Anbauflächen für Obst und Gemüse, vor allem den vom Staat subventionierten Zuckerrohranbau, drohen die Tempel und Gräber zu Sand zu verfallen. Ein weiterer Aspekt beunruhigt die Wissenschaftler auf das Äußerste. Das Salz im Nilwasser wird nicht mehr mit dem Rückgang der œberschwemmungsfluten zurückgespült, vielmehr bleibt das Salz nach der Verdunstung des Wassers an Ort und Stelle und zerstört vor allem Kalksandstein, aus welchem fast alle Monumente des antiken Ägypten gebaut wurden.

Experten versuchen nun, den Grundwasserspiegel, der mittlerweile nur noch 1,80 Meter von den Mauern entfernt ist, um 2,50 Meter zu senken. Im November 2006 wurde ein Lagebericht abgegeben, der besagt, dass das Drainagesystem, welches um den Luxor-Tempel und Karnak installiert wurde, zum Beginn der Rettungsaktion bereit wäre. Das Wasser soll in den Nil gepumpt werden. Bleibt nun abzuwarten, ob die Mission gelingt.

Der Wohlstand und die Verbesserung der Lebensbedingungen durch den Assuan-Hochdamm waren so enorm, dass niemand auch nur im Geringsten vermutet hätte, wie hoch der Preis für die Annehmlichkeiten sein könnte.

Sabine Wiedamann, sm@wiedamann.de

Datum: 07.01.2007

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